| Wie alles begann...
Alles begann im Jahre
1992 als ich von meinem Kletterurlaub in den
USA wieder zurück nach Deutschland kam.. Nach 4
½ Monaten Klettern und bouldern am Stück,
waren wir jetzt zu richtigen Hardmovern geworden! Zumindest
dachten wir das!
Und da jeder vernünftige Hardmover auch richtig
hart trainiert, mußte auch ich meine eigene Boulderwand
zu Hause haben!
Nur wo sollte ich das Wändchen aufbauen...
Im Garten? Im Sommer schön und gut, aber im Winter
... Brrrr, viel zu kalt
Im Heizungskeller ? Nee, viel zu warm!
Im Wohnzimmer? Uuaaa ich glaub das laß ich lieber!
Blieb nur noch mein altes Kinderzimmer, mit 2m 50 Deckenhöhe.
Gesagt - getan.
Ich gab also einer Schreinerei den Auftrag mir eine
Boulderwand zu bauen!
Den Blick des Vorarbeiters werde ich in meinem Leben
wohl nie vergessen als ich ihm meinen Entwurf der Boulderwand
übergab.
Bald darauf war ich stolzer Besitzer einer 2,50m x 2,50m
großen Holzwand, die ich mit Halteketten befestigte,
sodaß auch die Neigung verstellbar war und ich
mir ordentlich dicke Unterarme holen konnte!
Vorrausgesetzt man viel beim Dynamo nicht nach links
hinten in das Bücherregal hinein oder der Fuß
rutschte unkontrolliert ab und man stützte sich
mit dem rechten Arm auf der Stereoanlage ab. Alles in
allem keine allzu guten Trainingsvorraussetzungen!
Besonders
unangenehm war aber das Chalkpulver, welches ein Hardmover
benutzt um schwierigste Züge an Fingerkuppenaufleger
zu machen! Dieses nette Pülverchen war in meinem
Zimmer allgegenwärtig, sogar unter meiner Bettdecke!
Trotz dieser Unannehmlichkeiten und dem mißmutigen
Blick meiner damaligen Freundin (sie war nämlich
eine Nichtkletterrin und verstand dieses ganze Getue
um Trainingslehre, Leistungssteigerung, usw. überhaupt
nicht!!!) trainierte ich konstant 1-2 mal die Woche.
Ich arbeitete mich somit immerhin bis zum neunten Grad
hinauf und war zufrieden.
Erst 1996
verlangte mein innerstes Ich nach mehr.: Der 10. Grad
sollte jetzt endlich fallen. Also mußte eine neue
und bessere Boulderwand her!
Da ich mit meiner Familie in einer Mietwohnung wohnte,
hatte ich bis jetzt noch keinen Gedanken daran verwendet,
daß ja noch ein 80 Quadratmeter großen Dachspeicher
ungenutzt über unseren Köpfen vor sich hingammelte!
Ich erweckte ihn aus seinem Dornrößchenschlaf,
indem ich mit einem Industriestaubsauger 6 Stunden lang
den Fußboden keimfrei gemacht hatte.
Ich nahm mir den steilsten Wandteil vor: Dann ging es
ans werkeln.
Presspanplatten, Winkel, Einschlagmuttern und jede Menge
Schrauben waren schnell besorgt und nach wenigen Tagen
war es volllbracht.
30 Quadratmeter Kletterfläche in 60 Grad überhängendem
Fels.... ähm Kunstwand natürlich. Rechts und
links mit einer senkrechten Wand abgegrenzt um noch
etwas Abwechselung mit ins Spiel zu bringen.
Dazu noch ne bunte Lakierung drauf und fertig ist das
perfeckte Trainingsgerät.
Endlich konnte ich schwierigste Boulder schrauben und
die Schlüsselstellen meiner Projekte nachbauen,
die ja jetzt nicht mehr lange Projekte waren!
Um natürlich noch andere Boulderbegeisterte an
diesen Spaß teilhaben zu lassen , veranstaltete
ich 1998 meinen ersten Bouldercup, der ja eigendlich
mehr ein Party-Klettercup war. Die tolle Atmosphäre
und die gute Laune die von allen Leuten ausging, veranlassten
mich das vorhandene Potential noch weiter zu nutzen.
Bis
zum Jahre 2000 baute ich
jedes Jahr einen Teil des Dachbodens weiter aus. Immer
wieder auf der Suche nach dem perfekten Zug, die lässigste
Bewegung, der schwierigsten Boulder! Z. Zt. stehen ca.
60 Quadratmeter Kletterfläche unterschiedlicher
Neigung zur Verfügung.
Hier die kompletten technischen
Daten:
3400 Einschlagmuttern M10; ca. 500 Griffe unterschiedlicher
Firmen + Inbusschrauben, Wandhöhe ca. 2m 80; 18
Matratzen 2m x1m für weiche Landungen,; reine Materialkosten,
ca. 8000 DM.
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